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  Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)  
Geißblattgewächse / Caprifoliaceae · Wooly Viburnum


Schlüsselbegriffe der Seelenzustände:
Anpassung, Widerstand, Entspannung

positiver Zustand / unterstützt:
Hilft, mit dem vollen Potential (allen Fähigkeiten) in der Gegenwart zu sein; Entspannung in der Aktivität.

blockierter Zustand / gestört:
Gefühl der Überforderung; Verkrampfung aus innerem Widerstand, sich in anstehende Aufgaben einzufinden.


   Einleitung   

er Wollige Schneeball passt für Zustände, in denen ein Mensch sich nicht bereit fühlt, die Aufgaben der Gegenwart zu übernehmen. Er verkrampft, weil er in der Sicherheit des Altbe-kannten bleiben möchte, die Herausforderung scheut und sich krampfhaft gegen die Bewegung stemmt.
Der Wollige Schneeball unterstützt Vollendung in dem Sinn, mit dem ganzen eigenen Potential "auf der Höhe der Zeit" zu sein, also die Bereitschaft zu entwickeln, jetzt alles einzusetzen, was an Fähigkeiten schon entwickelt wurde.


   Botanik   

er Wollige Schneeball (Viburnum lantana) ist ein Busch von bis zu drei Metern Höhe und wächst gern in kalkreichem Boden. Seine Blätter sind elliptisch, feingezähnt und unterseits runzlig und graufilzig. Auch die jungen Zweige zeigen diesen filzigen Belag, der diesem Busch den Beinamen Wolliger Schneeball eingetragen hat. Die schirmförmigen Blütendolden stehen am Ende der Zweige, die kleinen weißen Blüten öffnen sich im Mai. Zum Namen Schneeball kam es, was ungewöhnlich ist, durch die Rückübertragung von einer Kulturart des verwandten Gemeinen Schneeballs (Viburnum opulus). Dieser hat ahorn-

ähnliche dreilappige Blätter und große halbkugelförmige Blütenstände mit kleinen Innenblüten, während die randständigen Blüten zu unfruchtbaren Schmuckblüten umgewandelt und sehr viel größer sind. Bei der Kulturform dieser Art sind alle Blüten des Blütenstands in solche Schmuckblüten verwandelt, der Blüten-stand wird dadurch sehr prächtig und fast kugelförmig, was den Namen Schneeball nahelegt hat.


   Vollendung   

um Wolligen Schneeball hier ein Bericht, der zeigt, wie die Anwendung des in diesem Buch beschriebenen Sprechens mit Blumen im Alltag ausschauen kann:
"In der Zeit vor der Geburt meiner/unserer ersten Tochter litt ich (P.E.) unter starken Zahnschmerzen, die mir einige Nächte den Schlaf raubten. Der Zahnarzt befand meine Zähne in Ordnung und nannte als Ursache eine ausge-prägte Muskelverspannung im Kieferbereich. Er erkundigte sich nach beruflichem Streß und legte damit (ganz dezent) eine seelische Ursache für die Spannung und den daraus entstandenen Schmerz nahe. Beruflich lief es bei mir damals zwar in ruhigen Bahnen, doch wurde mir durch das Gespräch klar, wie angespannt und verkrampft ich mich tatsächlich fühlte.
Damit war mein Versuch gescheitert, das Problem beim Doktor abzugeben, und so beschloß ich (durch den Schmerz stark motiviert), dem selber auf den Grund zu gehen und dazu eine Blüten-essenz zu bereiten. Eigentlich dachte ich dabei schon an eine bestimmte Blüte, den Löwenzahn (Taraxacum officinale), der auch gerade blühte

und von dem ich schon wußte, daß er bei Muskelverspannungen eingesetzt wird. Auf dem Weg zu einer schönen Waldwiese sah ich mich aber bald von einem blühenden Busch des Wolligen Schneeballs angesprochen, einem Gewächs aus der Verwandtschaft des Holunders und der geißblättrigen Heckenkirsche. Wie beim Holunder stehen die weißen Blüten in Trugdolden am Ende der Zweige. Die Blätter sind rundlich-elliptisch und unterseits ledern-runzlich und graufilzig. Auch die jungen Zweige sind graufilzig (wollig).
Es war sehr überzeugend. Kaum saß ich bei dem Busch, entspannte sich mein Kiefer und der Schmerz versiegte. Während ich die Pflanze zeichnete, schoß mir immer wieder der Begriff "Vollendung" durch den Kopf. Doch was voll-enden? Es schien mir von so gewöhnlichem Weh Geplagtem ein gar zu abgehobenes Thema zu sein, vollendet fühlte ich mich am Allerwenigsten. In der Schönheit des Schneeballs konnte ich die Vollendung klar erkennen, aber was hatte das mit mir zu tun?


   In Einklang mit dem Lebensgefühl   

ie Einsicht entstand, als ich länger an dem Ort saß und mehr mich selber spürte und mein Lebensgefühl in dieser Zeit. Was hatte mich in der letzten Zeit am meisten beschäftigt? Was lauerte auch jetzt im Hintergrund, stellte die Art und Weise in Frage, in der ich mein Leben lebte, und brachte mich zum Verkrampfen? Es fiel mir wie Schuppen von den Augen, was mir bei der Frage des Zahnarztes gar nicht in den Sinn gekommen war, obwohl es mich schon Monate außerordentlich beschäftigte: Ein Kind war unterwegs, das mich zum Vater haben wollte und ich fühlte mich im Grunde nicht bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich war selbst wie ein kleines Kind, dem auf der Rutschbahn, die es erklettert hat, plötzlich einfällt, daß es doch eigentlich lieber im Sicheren bleiben möchte und sich krampfhaft gegen die Bewegung stemmt. Ich war verkrampft, weil ich langsamer schwimmen wollte als der Strom meines Lebens.
Jetzt, mit dem Wolligen Schneeball, fühlte ich mich wieder fähiger, mich diesem Fluß anzuvertrauen.

Es lag sogar ein Wohlgefühl darin, sich davon tragen zu lassen. Wenn ich meine Fähigkeiten zusammennähme, könnte ich meine neuen Aufgaben als Vater wohl erfüllen. Vollendung hieße dann, mit meinem ganzen Potential "auf der Höhe der Zeit" zu sein, also die Bereitschaft zu entwickeln, alles einzusetzen, was ich konnte. Nicht mehr einzeln, sparsam und dosiert waren meine Fähigkeiten gefragt, sondern meine volle Gegenwart.
Die Essenz war ein voller Erfolg. Die Schmerzen schwanden innerhalb der nächsten Tage, die Nachtruhe war wieder hergestellt. Ich war in der kommenden Zeit zuversichtlich und fühlte mich meinen Aufgaben gewachsen. Einige leichte Rückschläge in den nächsten Monaten waren nur von kurzer Dauer. Dazu hat, neben der Schneeballessenz, aber auch meine neuge-borene Tochter viel beigetragen."